Montag, 21. Mai 2018

Empfehlung zu "Die kuriosen Symptome der Liebe" von Colleen Oakley

@randomhouse / wunderraum 

Autor: Oakley, Colleen

Titel: Die Kuriosen Symptome der Liebe

Verlag: Wunderraum / Randomhouse.de

Worum es geht:


Jubilee hat eine Allergie. Das klingt jetzt gar nicht so schlimm, allerdings ist es keine gegen Erdnüsse oder Bienenstiche. Jubilee ist allergisch gegen Menschen. Ihr erster ( und einziger) Kuss hat sie so gut wie umgebracht. Jahre später hat Jubilee sich damit abgefunden und arbeitet in einer Bibliothek als ihr Eric über den Weg läuft. Der hat an sich schon genug Probleme, aber Jubilee und seine Wege scheinen sich immer wieder zu kreuzen...



Meine Meinung:

Die kuriosen Symptome der Liebe kam bereits letztes Jahr im Wunderraum Verlag heraus und ich fand die Premisse sehr ansprechend. Mal davon abgesehen, dass der Wunderraum Verlag wunderschöne Bücher produziert, sind die auserlesenen Titel auch immer intelligente Frauenliteratur. Ich fand, ich gehöre genau in die Zielgruppe, so Mitte-Ende-Zwanziger bis frühe Vierziger, wobei ich Schubladen ja nicht mag. Allerdings war es echt entspannend mal eine Heldin zu haben deren Alter und Erfahrungen zu einem passen. Irgendwann hab ich kein Verständnis mehr für die Young Adult und New Adult Teenager und brauche Abwechslung. Chicklit war mir aber auch leider manchmal bisschen zu oberflächlich (falsche Wahl meinerseits?) und das Schema ist schnell durchschaut. Ich behaupte nicht, dass es hier nicht auch klar ist wie das Buch enden wird, aber der Weg dorthin war zauberhaft.

Kennt ihr die Serie Pushing Daisies? Wer sie liebte, wird hier viel Spass mit haben. Ebenso Buchliebhaber! Jubilee ist sehr belesen und Eric versucht sich seiner entfremdeten Tocher anzunähern und liest dafür ihre Schullektüre um sich mit ihr auszutauschen. Virgin Suicid oder Bell Jar sind dabei nur wenige Beispiele. Er unterhält sich dann auch mit Jubilee über die Titel in der Hoffnung seine Tochter und deren Gedanken besser Nachvollziehen zu können. Wunderschöne kleine Buchanalysen entstehen so. 

In zwei Perspektiven bekommen wir sowohl Jubilees Gedankenwelt ebenso Eric nähergebracht. Eric hat neben seiner Tochter auch noch den Sohn seines besten Freundes adoptiert, nachdem dessen Eltern bei einem Unfall gestorben sind. Aja hat ebenfalls sein Päkchen zu tragen und Eric muss einen Weg finden mit ihm zu Kommunizieren, das Hauptproblem Erics. Ich muss zugeben, dass ich fand Ajas einzige funktion war wohl Jubilee und Eric zusammen zu kriegen, ansonsten hätte mir die Tochter gereicht. Die ganze Handlung um Aja fühlte sich fehlt am Platz an. Allerdings nicht genügend um zu stören. Man kann die Passagen ganz gut überstehen.

Vom Kopf direkt ins Herz. 

Montag, 14. Mai 2018

Empfehlung zu "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" von Genki Kawamura

@randomhouse.de

Autor: Genki Kawamura 

Titel: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Verlag: C. Bertelsmann

Seiten: 192 Seiten 



Worum es geht: 


Ein 30 Jähriger Briefträger bekommt die Nachricht, dass er sehr bald sterben wird. Der Teufel teilt ihm mit, das dies bereits morgen sein wird. Ausser, ja ausser er willigt ein, einen Pakt zu schliessen. Einen Tag mehr leben für einen Gegenstand auf der Welt. Und die Welt ist doch so voll, da kommt es auf ein paar Sachen oder weniger ja auch nicht mehr an. Obwohl er schon Schwierigkeiten hat eine Liste mit 10 Dingen die er vor dem Tod noch machen will aufzustellen, willigt er ein. Je mehr der Teufel verschwinden lässt, desto mehr setzt sich unser Protagonist mit sich und seinem Leben auseinander. In Rückblenden bekommen wir die Wichtigkeiten der einzelnen Objekte nähergebracht. Wie wichtig sind die Filme die seine Jugend ausgemacht haben? Wie wichtig die Uhren, die das Leben seines Vaters sind, oder eben die Katze, die grosse Liebe seiner Mutter.  

Meine Meinung: 


Ein kleines Buch, dass den Leser daran erinnert aufmerksam

gegenüber anderen aber auch sich selbst zu sein, immerhin könnte jeder Tag der Letzte sein.
Schon fast philosophisch stellt sich Genki Kawamura hier die 
Frage was im Leben wirklich wichtig ist. Brauchen wir das Handy um zu 
überleben? Wie notwendig ist es Filme zu haben? Wenn wir zur Basis zurückgehen und uns nur das nehmen was wir zum überleben brauchen, sind wir dann endlich wieder glücklich? 
Wir werden alle irgendwann sterben, und es wird wohl kaum jemanden geben ohne zumindest eine Sache zu bereuen, aber auch das gehört zur Menschlichkeit dazu. 


Im Tausch für eine Sache, bekommt unsere Hauptfigur einen Tag mehr. Aber ist ein Tag in seinem Leben so viel Wert wie alle Uhren dieser Welt? Das Gefühl der Zeit? Ab wann kann man sein Leben höher stellen, als alles andere und wo zieht jeder Mensch für sich den Schlussstrich? 

Die Sprache ist sehr einfach gehalten, die Sätze kurz und prägnant. 
Gerne hätte ich mehr Roman gehabt, mehr Worte, mehr Gefühle. 
Mein Hauptproblem hier könnte gewesen sein, dass ich bereits einen Teil der Verfilmung gesehen habe und der Schauspieler die Sache mit den Gefühlen wundervoll dargestellt hat. Gänsehaut Momente und Tränen in den Augen waren bei den ersten 20 Minuten des Filmes vorhanden. Dagegen wirkte das Buch schon fast kalt. Der Autor konzentriert sich mehr auf den philosophischen Aspekt der Handlung und will seine Gedanken direkt und ohne Umschweife an den Mann bringen. Dies kann man aber auch auf die japanische Kultur zurückführen, sagt sich die Hauptfigur sogar paarmal, dass er jetzt ruhig und gelassen bleiben solle, sich aufzuregen bringe ja keinem was. Und das im Wissen demnächst zu sterben... 

Traurig, ja, aber vor allem eine hoffnungsvolle Geschichte über den Wert des Lebens, eines jeden Menschen und was im Leben wirklich zählt.

Freitag, 4. Mai 2018

Empfehlung zu "The Heart's Invisible Furies / Cyril Avery" von John Boyne

@Piper 

Autor: Boyne, John 


Titel: Cyril Avery


Verlag: Piper


Seiten: 736 Seiten



 "There are no homosexuals in Ireland" 


Worum es geht: 


“Long before we discovered that he had fathered two children by two different women, one in Drimoleague and one in Clonakilty, Father James Monroe stood on the altar of the Church of Our Lady, Star of the Sea, in the parish of Goleen, West Cork, and denounced my mother as a whore.” 

Cyril Avery, der eigentlich kein richtiger Avery ist, wurde von seiner damals 16 Jährigen Mutter zur Adoption freigegeben. Dank seiner Adoptiveltern hat er einen lieblosen aber angenehmen start ins Leben. Während drei Generationen von 1945 an wird sein Leben dem Leser dargelegt. Die Geschichte Irelands, Cyrils Entdeckung der Homosexualität und der Todesstrafe auf diese, sowie Reise nach Holland und New York bilden die Pfeiler der Handlung. 

Meine Meinung: 

John Boyne hat das Buch John Irving gewidmet und lies Cyril "Garp" lesen, nicht die einzige Homage. Ich fand mich ausserdem vor allem in den Dialogen an Oscar Wilde erinnert. Wer einen John Boyne in die Hand nimmt, weiss meistens was ihn erwartet: Cineastische Szene die man so schnell nicht mehr vergisst, Die ein oder andere homosexuelle Figur, Hass gegen Pfarrer. Alles auch hier vertreten. Ich bin seit Jahren begeisterter Boyne Anhänger und habe bisher jedes Buch gelesen, dennoch hat mich dieser Titel überrascht. Zum einen weil er beinahe jede vorkommende Figur homosexuelle Neigungen hat haben lassen, zum anderen weil ich nicht soviel Humor erwartet hatte. Dialoge und Beobachtungen die mich fortwährend an Oscar Wilde erinnert haben, bis selbst eine der Hauptfiguren eine Andeutung an ihn macht. Boyne bereichert die tragische Geschichte mit spritzigen und originellem Austausch, die mich selbst gegen Ende des Buches immer noch überraschen konnten. 

Seine Hassliebe zu Irland wird vor allem zu Beginn deutlich. Geht Boyne rigoros gegen die irische Regierung, lässt er den kleinen einzelnen umso heller strahlen. Das Buch lebt durch die vielen Protagonisten die herausstechen indem sie sich nicht vom Getriebe des grossen Zahnrads haben zermalmen lassen sondern sich immer noch auflehnen. Frauen die sich wehren und ihre Meinung kundtun, kleine Akte der Rebellion in einer unterdrückenden Zeit. Ärzte die gegen jeden für das richtige Kämpfen. Kleine Silberstreifen am Horizont die geholfen haben Irland zu dem zu machen was es heute ist, und so die homosexuelle Ehe 2015 legalisieren konnten. 

Das Buch ist voll mit lauter kleinen Zufällen, Wege die sich kreuzen. Fans von Vorhersehung werden hier ihre helle Freude haben. Alles hat einen Grund, eine Aussage die auch beruhigt. Cyril musste dies und das erleben um zu landen wo er hingehört. Aber auch die Wiederholung der Geschichte gehört dazu. Wie das Leben halt so ist. Von Cyrils Lebensabschnitten gefiel mir den in Amsterdam spielende Strang am wenigstens. Irgendwie lieblos, vielleicht auch wegen der Kürze, kam er daher. Vor allem die Gefühle kamen mir zu Kurz. Von den witzigen Dialogen seiner Kindheit ist hier auch nichts mehr vorhanden. Sollten dies eine irische Eigenschaft darstellen? 

Einzige Kritikpunkte: Die Aktualität der Gesprächsthemen. Boyne setzt das Buch in die Vergangenheit, will Geschichte aufarbeiten und platziert dabei doch immer wieder Gespräche über feminismus, Sexismus, die berühmte Casting Couch, etc... Was mich wundern lässt wieso einen historischen Roman schreiben um seine Meinung kund zu tun, zu Meinungen die aktuell zwar besprochen werden, die endlich als Licht kommen und einen Wandel mit sich bringen auf den lange gewartet wurde, ich mir aber nicht in einem Gespräch von 1968 in Irland vorstellen kann. 
Desweiteren fand ich es Schade dass Boyne vor Gefühlen wegläuft. Sobald die Handlung eine dramatische Wandlung durchging, welche grosse Gefühlsausbrüche beinhaltet hätte, macht er einen Zeitsprung. Kaum ist der Leser darauf eingestellt etwas zu empfinden, wird er hängen gelassen. Es werden einfach mal 7 jahre vorgespult damit der Leser wieder einen gefassten Cyril vor sich hat. Dies lässt die Figur Cyril steif und hart wirken. Wenn man dann doch mal einen Gefühlsausbruch miterlebt ist man so überrumpelt, dass man es ihm kaum abkäuft. 

“Do you enjoy being a writer, Mrs Avery?” asked Julian.
“No, of course not, she said. “It’s a hideous profession. Entered into by narcissists who think their pathetic little imaginations will be of interest to people they’ve never met.”
 

Sonntag, 22. April 2018

Convention Time!

Die Zeiten in denen ich zu Conventions fuhr 

sind lange vorbei, wenn allerdings eine vor meiner Tür ist und Kai Meyer angekündigt wurde, bleib ich nicht zuhause sitzen. Abgerundet wurde das Ganze mit freiem Eintritt, da ich mich bereit erklärt hatte am Büchertisch auszuhelfen. 
Neben Kai Meyer waren noch überraschend viele Schriftsteller vor Ort. Er kam einen Tag vorher sogar in meinen Laden! Eine wundervolle Überraschung an meinem Arbeitstag und ich bin so stolz mal einmal auch tatsächlich jemanden erkannt zu haben. Ich bin eine ganz schreckliche Begleitung auf der Buchmesse, da ich ungelogen neben Jojo Moyes stehen kann um die Person neben mir zu fragen wo ich denn Frau Moyes finden kann. 




Wir sind kaum durch die Tür da läuft mir auch schon Peadar Ó Guilin in die Arme. 
Sein Roman "The Call" und die Fortsetzung "The Invasion" sind irische Horrormeisterwerke und eine totalle Leseempfehlung für Fans von Stranger Things. 
Peadar ist ein Herzchen und posiert für mich und mit mir. Hier mehr über "The Call". 
Imagine a world where you might disappear any minute, only to find yourself alone in a grey sickly land, with more horrors in it than you would ever wish to know about. And then you hear a horn and you know that whoever lives in this hell has got your scent and the hunt has already begun.

Could you survive the Call?




Als ich dachte " Was für ein toller Beginn!" ging es ebenso fantastisch weiter: 

Ich fand Sandra Baumgärtner, Autorin der Seraphim Reihe. Vampire in Trier, find ich Klasse! Aber vor allem das neue Buch hat es mir angetan: 
Meerjungfrauen in Australien. Endlich kann sich Melli ihren Traum erfüllen: Sie fliegt mit ihrem Freund Juri in ihr Geburtsland Australien. Aufregende Tauchgänge im glasklaren Wasser und romantische Spaziergänge an weißen Sandstränden stehen auf ihrer To-Do-Liste. Nie hätte Melli geahnt, dass in Down Under auch Kräfte am Werk sind, die für sie die größtmögliche Gefahr darstellen.

Ist Juri wirklich der, für den er sich ausgibt? Welches Geheimnis birgt ihre eigene Vergangenheit? Liegt darin vielleicht die Antwort auf die Frage, warum ihr plötzlich eine mysteriöse Geheimorganisation auf den Fersen ist? Oder warum ungeheuerliche Dinge während eines Tauchgangs am Great Barrier Reef geschehen?
Als Melli fast ertrinkt, begegnet sie sonderbaren Meerwesen. Eine Nahtoderfahrung? Ein Traum? Oder gibt es die sagenumwobenen Aquarií wirklich? 

Perfekte Sommerlektüre!

Schon zweimal haben sich Kai Meyers und meine Wege gekreuzt, aber ansprechen will ich ihn nicht. Schliesslich gibt es eine Lesung für die er bezahlt wird, und in der ich ihn nerven kann. Bei der Lesung werde ich wiedererkannt und gegrüsst, ein kleines Detail welches mir den Rest der Woche versüsst. Neben Harry Potter war Kai Meyer die erste Fantasy die ich gelesen hatte. Lange hatte ich überlegt welches Buch ich zum signieren mitbringen sollte. 
Aus Respekt vorm Autor und den anderen Gästen limitier ich mich selbst immer nur auf einen Titel bei Lesungen. Nachdem ich mein Regal durchstöbert hatte entschied ich mich für den ersten Teil der Arkardien Reihe. 
Nachdem alle ihre Bücher signiert hatten, bekam ich auch noch ein gemeinsames Foto! 






Nächstes Jahr soll angeblich Scott Lynch erscheinen, und sollte dies stimmen, werde ich auch wieder kommen. 

Freitag, 13. April 2018

Rezension zu "Kleine Feuer überall" von Celeste Ng


Autor: Ng, Celeste


Titel: Kleine Feuer überall


Verlag: DTV


Seiten: 384 Seiten




Worum es geht: 
Es brennt! In jedem der Schlafzimmer hat jemand Feuer gelegt. Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihr ganzes Leben lang hatte sie die Erfahrung gemacht, »dass Leidenschaft so gefährlich ist wie Feuer«. Deshalb passte sie so gut nach Shaker Heights, den wohlhabenden Vorort von Cleveland, Ohio, in dem der Außenanstrich der Häuser ebenso geregelt ist wie das Alltagsleben seiner Bewohner. Ihr Mann ist Partner einer Anwaltskanzlei, sie selbst schreibt Kolumnen für die Lokalzeitung, die vier halbwüchsigen Kinder sind bis auf das jüngste, Isabel, wohlgeraten. Doch es brennt. Elenas scheinbar unanfechtbares Idyll – alles Asche und Rauch? - DTV Verlag 

Meine Meinung:

In Ohio, Shakers Heights ist der typische amerikanische Vorort, wie man ihn aus den Filmen kennt. Rasen perfekt gemäht, Bäume perfekt gestutzt, Familie perfekt in Szene gesetzt. Celeste Ng bringt uns zurück zu 1990, Jerry Springer, Clintons Affaire und mittendrin eine Familie. Abermals eine Familie mit mehreren Kindern, abermals eine Debate zur Chinesischen Kultur. Und auch hier ein "Unfall" der Leben verändert. Ist "Kleine Feuer überall" also nur eine Kopie von Ng's hochgelobten Debüt "Was ich euch nicht erzählte?".  
Die Handlung startet, wie beim Debut, sofort mit dem Unfall, dem Vorfall, hier ein Hausbrannt. Die drei ältesten Kinder sehen zu wie ihr ganzes Hab und Gut in Flammen aufgeht. Alle sind schnell darin die Jüngste Tochter, welche praktischerweise auch abwesend ist, zu beschuldigen. Ein Feruwehrmann erklärt, dass der Brannt durch viele kleine Feuer entstand. Ein Funke kann man 11 Monate zurück verfolgen, der Ankunft von Mia Warren in Shakers Heights.
Ich sags nicht gerne, aber wie bereits bei dem Vorgänger ( einen Satz den ich hier ziemlich oft einbauen könnte), kommen danach die Reflektionen der einzelnen Figuren. 
Die Richardsons, die in ihrer kleinen perfekten Welt leben und Mia Warren, alleinerziehende Mutter und frisch, zugezogen bilden das Zentrum. Mias Tochter freundet sich mit Moody, dem mittleren Sohn der Richardsons an, und bringt damit einen Stein ins Rollen. 
Die Autorin hat ein wundervolles Gespühr dafür Familiendynamik zu erschaffen. Doch auch hier ist wieder die Parallele zu ihrem vorherigen Roman: Die Eltern kriegen mal wieder herzlich wenig davon mit, was die Kidner bewegt und so treiben. 
Der Beginn, der einen glauben lassen könnte, dass sich das Buch mit der Brandstifung beschäftigen wird, täuscht. Es geht um Babies und die Frage was eine Mutter ausmacht. Es geht um Leihmutterschaft, Adoption, Abtreibung. In drei Handlungen durchleuchtet Celeste Ng ein Thema, welches den Leser auffordert eine Meinung zu haben. Erinnerte mich teilweise an Jodi Picoult. 

Celeste Ng kann schreiben, das ist keine Frage. Zu keinem Moment war ich gelangweilt, die Figuren haben genug Wirkung und die Geshichte gnug Feuer ( pun indented ). Aber. Ja es gibt leider ein aber. Vielleicht bin ich nicht die Zielgruppe, wahrscheinlich habe ich das Buch zu schnell nach dem ersten Buch gelesen, sodass es mir zu ähnlich war, womöglich liegt es an meinem fehlenden Mutterinstinkt... aber das Buch hat mich nicht sonderlich berührt.  Die grossen Debatten, die das Buch aufrührt, waren für mich schnell abgeschlossen. 
So, wie in Shakers Heights alles bis ins Detail geplant ist, fühlt sich auch Celeste Ng's neues Buch an. Durchplant und überarbeitet, bis es aufgesetzt wirkt. 

Dienstag, 3. April 2018

Empfehlung zu "Guapa" von Saleem Haddad

Autor: Haddad, Saleem

Titel: Guapa

Verlag: Albino

Seiten: 392 Seiten



Worum es geht:

Rasa's Tag hätte nicht schlimmer sein können. Letzte Nacht hat ihn seine Grossmutter mit seinem Geliebten im Bett erwischt, und Schwulsein ist in seinem Land Eib. Taymour meldet sich seit dem auch nicht mehr und sein bester Freund Maj, eine bekannte Dragqueen, ist letzte Nacht ebenfalls spurlos verschwunden. Als Übersetzer ist Rasa mittendrin, mit den Journalisten in der Revolution um sein Land, was mittlerweile eher als Krise angesehen wird statt als Revolution. In dem nie namentlich genannten arabischen Land herrscht Ausnahmestimmung, und Rasa mittendrin kämpft um sein Leben und seine Liebe und seinen Platz in der Gesellschaft. 

Meine Meinung:

Follower meines Instagram wissen, dass ich im Februar in London war und mir Guapa von einem Mitarbeiten im Waterstones empfohlen worden ist. 
Ganz im Stil von "Ein wenig Leben" und "Was zu dir gehört" soll man hier anscheinend ordentlich ins Leiden kommen. Aufbau erinnert stark an "Exit West" von Moshin, und das meine ich als Kompliment. Saleem Haddads Debüt, bereits 2016 beim Albino Verlag auf deutsch erschienen, nimmt den Leser mit auf ein Abenteuer im Orient. 24 Stunden in Rasa's Leben, die alles andere als rosig sind. Während Rasa versucht den Tag zu überstehen, kriegt der Leser Einblicke in sein Leben. Seine Kindheit mit einer depressiven Mutter, einem krebskranken Vater, einer übermutternden Grossmutter aus dessen Fängen er sich nicht zu entwinden wusste, und dessen Groll er nun zu erwarten hat. Sein Leben lang hat sie ihm Eib nähergebracht, die Scham für allmögliches, die Sünde, die Schande. Und mit ihr lebt er Tag ein, Tag aus. Nur seine gestohlenen Stunden mit Taymour helfen ihm alles zu vergessen. 

In Rückblenden erweckt Haddad Rasas Studienzeit in den U.S.A zum leben, und wie er zu sich selbst gefunden hat. Ein amerikanisierter Araber, nirgends wirklich zu hause. Kaum in Amerika eingefunden, gehts auch schon wieder zurück. Verändert wie er ist, fällt das anpassen schwer. 
Zum Glück gibt es Guapa, die Bar, der eine Ort an dem sich homosexuelle treffen können. Der eine Ort an dem er Taymour kennenlernte. 
Ein Bildnis der Eingefahrenheit der Menschen, in ihrem Stolz und ihren Traditionen, unfähig sich zu befreien. 
Jede der Figuren scheint im Ausland studiert zu haben, und alle kamen, um den Erwartungen der Eltern zu entsprechen, zurück. 
Wie die Eltern sind sie festgefahren. Rasa fragt 2 verheiratete Frauen ob sie glücklich seien, ob sie den Mann lieben. Beide Frauen antworten ausweichend "Soweit es mir möglich ist" oder zaghaft mit Zweifel "aber sag es keinem". Der Einblick in die Kultur wird dank des amerikanisierten Arabers einfach gemacht.
Und während Rasa versucht seiner Grossmutter zu entfliehen, verbleibt der Leser mit dem schalen Wissen, dass sich nichts für ihn ändern wird. Was nicht heisst, dass er nicht weiterhin revoltieren wird. Bis zum Ende. 
Eine harte Lektüre, die jede Seite wert ist und Augen öffnen kann. 

Sonntag, 1. April 2018

Rezension zu " Empire of Storms" von Jon Skovron


Autor: Skovron, Jon

Titel: Empire of Storms - Pakt der Diebe ( nicht mit Mass' zu verwechseln ;-))

Verlag: Heyne 

Preis: 14,99 Euro



Worum es geht:

Bei einem Massaker verliert Hope ihre komplette Familie und wird von Mönchen aufgenommen, welche sie zu einer Kämpferin ausbilden. Zeitgleich wächst Ted als Waise auf den Strassen von New Lavens zum Meisterdieb heran. ( Locke Lamora lässt grüssen ). Als die beiden aufeinander treffen wird beiden klar, sie brauchen einander und die Zeit der Ungerechtigkeit wird bald vorbei sein. Gemeinsam stellen sie sich gegen das Imperium...

Meine Meinung:  

Ab und an steh ich echt auf Fantasy. Gerne bisschen seicht, so Hope ist Mönchskriegerin und Red ist ein Dieb. Beide Aufsässige die mich an Kell und Lila aus Shades of Magic erinnert haben. Im Gegensatz zu Schwab scheint Skovron allerdings keine Handlung zu brauchen. Beide werden von Situation zu Situation getragen, die einzeln ja ganz nett sind, aber so ein bisschen voraussicht wäre ja mal nett. Hope's Rachezug scheint Red als Motivation genug zu sein ihr zu folgen. Vielleicht wird dies in den weiteren Teilen besser ausgearbeitet, dies ist immerhin nur Band 1 einer Reihe, und als Auftakt wohl ganz ok. 




"Ich bin übrigens Red", sagte er und hielt ihr die Hand hin.
"Mein Name ist Bleak Hope", sagte sie und ergriff sie. "Obwohl die meisten mich nur Hope nennen."
Sein Lächeln kehrte zurück. "Hope und Red. Das klingt gut zusammen, findest du nicht?"





Schön war die Rollenverteilung, aber das finden vielleicht nur weibliche Leser toll ;-) Männer arbeiten als Huren, sind listig und geschickt während die Frauen anführen und Kämpfen. Die Sprache, und der Slang, sidn teilweise echt derb, man sollte dementsprechend auch nicht zu empfindlich sein. Aber hey, Piraten! Diebe! Was hat man sich denn da auch anderes erwartet? 

Tolle Nebenfiguren und eine liebevoll aufgebaute Welt sind für manche Leser des Genre sicherlich Grund genug auch die weiteren Bände der Reihe zu lesen, für mich hat es leider nicht gereicht. Band 2 ist bereits erhältlich, Band 3 erscheint im Juli.

Danke an das Bloggerportal und Heyne zur Erweiterung meines Horizonts.

Montag, 26. März 2018

Empfehlung zu "Nackt über Berlin" von Axel Ranisch


@Ullstein
Autor: Ranisch, Axel

Titel: Nackt über Berlin

Verlag: ullstein buchverlage

Seiten: 384 Seiten




Worum es geht: 
Jannick ist 17 und unsterblich in Tai verliebt. Ausserdem ein Musikliebhaber und noch bei niemanden geoutet. Tai ist sein bester Freund und ruft ihn Nachts zu sich, "Das musst du sehen!" Ausschlagen kann Janny das Angebot nicht und sieht sich plötzlich seinem sturzbesoffenen Schuldirektor gegenüber. Tai ist total aus dem Häuschen und filmt Herrn Lamprecht ununterbrochen, kann sein Glück kaum glauben. Doch bloss mit filmen ist Tai nicht zufrieden. Er will mehr. Gemeinsam sperren sie den Direx in seiner Wohnung ein. "Nur bis Montag morgen." Janny erlebt wie er Tai zwar immer näher kommt, aber auch immer die Kontrolle über die Situation verliert.



"Nach letzten, kraftlosen Zuckungen verebbten die lähmenden langgezogenen Schlussarkorde der tiefen Streicher, ohne auch nur ein Fünkchen Hoffnung übrigzulassen. Ich war am Ende."

Meine Meinung: 

In Abwechselnden Perspektiven zwischen Jens Lamprecht und Jannick erfährt der Leser von den vergangenen 6 Monaten und den vielen Leichen in Jens Keller. Tai spielt Gott, und versucht in Selbstjustiz Gerechtigkeit zu finden. Gerechtigkeit für Melanie, eine Mitschülerin die kurz vorher Selbstmord beginn. Jannick versucht mit sich selbst und seinen Gefühlen klar zu kommen. Diese spannende Coming of Age Story lebt durch Janny und dem Umstand dass er sehr real wirkt. Da wir die Einsicht eines typisch 17 Jährigen erleben, darf man hier als Leser nicht prüde sein. Errektionen, Masturbation, Obszönitäten, und die ständige Erinnerung daran, dass unser Janny untenrum sehr zurückgeblieben ist, können auf dauer Nerven. Und es kommt oft vor. Sehr oft. 
Alex Ranisch sagt »Dieser Roman bin ich, trotzdem ist alles erfunden.« . Ich glaube gerne, dass viel von Axel in Jannick steckt. Aufarbeitung des Coming Outs, des Ausgegrenzt fühlens, Mobbing in der Schule. Schön fand ich das Spiel mit den Klischees. Den Vater, der oft als wütend portraitiert wird, dann aber Jannick öfters versichert wie lieb er ihn hat. Die Eltern allgemein, bei denen man nur drauf wartet, dass eine Scheidung angekündigt wird, aber jeder Streit liebevoll endet. 
Schön auch die kleine Dramapause als die Familie zur Verwandschaft fährt und Jannick seinen Cousin besser kennenlernt. Jedes Klischee wird über den Haufen geworfen bis auf "Du bist 17 und Schwul und lebst in Berlin. Geiler kann es doch nicht werden." (frei Zitiert)
Dass Liebe Blind macht, oder man sie sich nur gerne verschönigt zeigt die Beziehung von Tai und Jannick. Janny braucht fast das ganze Buch um den wahren Tai zu sehen, nicht seine romantisierung. Und Tai hat so einige Schichten die es zu entdecken gibt. Leider wurde mir der Teil zu oberflächlich behandelt. Gerne hätte ich einen tieferen Einblick in die Figur erhalten. Dies gilt auch für den exotischen Touch seiner Herkunft. Die vietnamesische Kultur wäre ein toller Punkt der Geschichte geworden, beschränkt sich aber auf 2 Besuche und die Erwähnung von eigenartigem Essen. 

"Ich will mich mit dir verknoten. Ich will Zukunft mit dir basteln."
Das klang so gross und weit, nach einem Versprechen für die Ewigkeit.

Jens brignt die Spannung ins Buch. Alle Leichen aus seinem Keller werden ans Licht gebracht. Eine Foltermethode nach der anderen erfährt der Leser Schritt für Schritt was er sich alles hat zuschulden kommen. Das ist auch das was den Leser gebannt weiterlesen lässt. 
Gepickt mit schwarzem Humor ist dieses Buch vieles, und lässt sich nicht so recht einordnen. Eine freundin fragte mich nach der Lektüre "Ist es ein gutes Buch?" und ich konnte nicht recht drauf antworten. Es ist nicht schlecht. Aber gut? Sprachlich und stilistisch kann man sicherlich noch was machen. Aber als Debut ist es ganz solide, hat mich bis zur letzten Seite zum lesen animiert. Die Grundidee ist sehr gut. Ich kann ausserdem behaupten, dass für mich das Buch ziemlich unvergleichlich ist.
Und für alle die sich wundern was ich meiner Freundin geantwortet habe:
"Es ist nicht schlecht. Weird. Also eher gut, gut weird. Aber ja... weird. Lies es!"

Montag, 19. März 2018

Empfehlung zu "Die Ladenhüterin" von Sayaka Murata

@aufbau Verlag
Titel: Die Ladenhüterin

Autor: Murata, Sayaka

Verlag: aufbau-verlag.de

Seiten: 145 Seiten



Worum es geht: 

Keiko Furukura ist anders. Gefühle sind ihr fremd, das Verhalten ihrer Mitmenschen irritiert sie meist. Um nirgendwo anzuecken, bleibt sie für sich. Als sie jedoch auf dem Rückweg von der Uni auf einen neu eröffneten Supermarkt stößt, einen sogenannten Konbini, beschließt sie, dort als Aushilfe anzufangen. Man bringt ihr den richtigen Gesichtsausdruck, das richtige Lächeln, die richtige Art zu sprechen bei. Keikos Welt schrumpft endlich auf ein für sie erträgliches Maß zusammen, sie verschmilzt geradezu mit den Gepflogenheiten des Konbini. Doch dann fängt Shiraha dort an, ein zynischer junger Mann, der sich sämtlichen Regeln widersetzt. Keikos mühsam aufgebautes Lebenssystem gerät ins Wanken. Und ehe sie sichs versieht, hat sie ebendiesen Mann in ihrer Badewanne sitzen. Tag und Nacht. -aufbau Verlag

Meine Meinung: 

Die Freude ist jedesmal gross wenn ich ein neues Buch von einem japanischen Schriftsteller in den deutschen Vorschauen finde. Die Freude war hier umso grösser als ich erfuhr, dass Ursula Gräfe für die Übersetzung zuständig sei und dass Sayaka Murata den 155. Akutagawa Preis ( einer, wenn nicht DER wichtigste Buchpreis Japans) mit diesen Titel gewonnen hat. Die Geschichte um Keiko, die Probleme mit Gefühlen hat, hilft der Autorin sich pointiert und ironisch an der Gesellschaft auszulassen. Viele Probleme werden offen angesprochen: Alleinstehende Frau ab einem bestimmten Alter, der Druck eine "gute" Arbeit zu haben um als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft anerkannt zu werden. Nicht nur die Gesellschaft als ominöses Ganzes sitzt Keiko im Nacken, sondern auch Familie und Freunde die sich den Formen angepasst haben und durch das nicht passende Puzzleteil namens Keiko bedroht fühlen. Mit Verwirrung und Verzweiflung reagiert ihr Umfeld, als sie den Convenient Store für sich entdeckt. Eine Stelle gut genug für einen Studenten, eventuell noch mit Anfang 20 als Berufsanfänger, aber niemand der etwas auf sich gibt würde länger bleiben. Keiko liebt den Laden, liebt die Leute und vor allem das Gefühl der Sicherheit. Hier kann sie agieren, hier kann sie ihren Teil leisten und weiss was von ihr erwartet wird. Sie zählt als Mensch dazu. Ausserhalb des Stores fühlt sie sich Fehl am Platz und weiss nicht recht wie ein Mensch zu reagieren hat. 
Das Buch ist sehr Emotionsgebunden und bietet kaum Handlung. Auf knapp 200 Seiten ist dies aber von Vorteil. 
Dialoge helfen der Geschichte ein bisschen weiter und vor allem ab dem Moment in dem Shiraha eingeführt wird kommt ein bisschen Schwung rein. 
Selten war mir eine Figur unsympathischer. Wäre das Buch länger und Shiraha prominenter gewesen, hätte ich es wohl kaum zu Ende gelesen, so furchtbar gegen den Strich ging er mir. Das Schlimme an ihm, war meine Überlegung, ist dass es jemanden wie ihn wahrscheinlich tatsächlich gibt. 
Konbinis, oder Convenient Stores, gehören zu Japan wie Tempel. Kein Tag vergeht an dem man nicht den einen oder anderen Aufsucht. 
Jetlag geplagte Nächte führten zu Lawsons um die Ecke, auf der Suche nach Gedränken, Essen und Ablenkung. 
Ausflüge begannen erst nach dem Trip zum Family Market und dem Aufsuchen der Bento Box. Mir persönlich gefiel es dementsprechend gut, da ich das Umfeld kannte. Ich wusste von der Geräuschkulisse, die hier liebevoll zum Leben erweckt wird, wusste von der Begrüssung, dem Aufwiedersehen. 
Kaum hatte ich das Buch begonnen, wurde ich zurück versetzt zu dem Morgen an dem ich das erste Mal einen Reisball in einem Konbini kaufte. Zum letzten November in dem mein Freund sich das ein Beef Bun komplett in den Mund steckte und ich täglich meine Matcha Latte to Go kaufte. Zum letzten Abend unseres letzten Aufenthalts an dem ich Tonnen Süssigkeiten kaufte um noch als Souvenir mitzubringen. 
Ich hoffe Leser, die noch nicht in den Genuss eines Konbini gekommen sind, können sich trotzdem auf die Geschichte einlassen. 

Montag, 12. März 2018

Bookshops you need to visite in London - London Book Haul

Wie man an meinem Instagram zurzeit unschwer erkennen kann, war ich in London unterwegs. Kein Urlaub vergeht ohne Besuch in einem Buchladen, und London hat selbst mich dazu verführt mit paar Titeln heimzukehren. Eine besonders magische Atmosphäre zieht durch die Strassen, in der Stadt, in der es schwierig ist eine Ecke zu finden ohne Buchhandel. In der Dämmerung, bei ein bisschen Niesel, kann man Charles Dickens oder Oscar Wilde fast schon vor sich sehen. 
Mit einer Freundin habe ich mich aufgemacht so viele Buchhandlungen zu besichtigen, wie wir an 4 Tagen schaffen konnten. Und hier haben wir nun für diejenigen, die ein bisschen Zeit und Liebe für Bücher haben, unsere Lieblinge rausgesucht. Ich wünsche einen schönen Urlaub!


Libreria - Shoreditch

Wir schlagen vor Samstag oder Sonntag in der Nähe zu sein, wegen des tolles Old Stitalfield Marktes um die Ecke. Wir waren Anfangs der Woche hier, und hatten den Laden für uns alleine, auch ein Tipp für Instagrammer. Die Unterordnung der Topics macht Spass und läd zum Entdecken ein, die verspiegelte Decke ist ein Traum und lässt den recht kleinen Raum verzaubert wirken. 
Liebevoll dekoriert gibt es hier ausserdem mehrere kleine Sitzecken zum Stöbern. Beim verlassen das tolle Lesezeichen des Ladens nicht vergessen! Kommt in verschieden Farben 💜

Persephone




Persephone liegt ein wenig ausserhalb, ist den Weg aber Wert. Persephone ist eigentlich ein Buchverlag, spezialisiert auf den Nachdruck von ehemals populären, aber mittlerweile in Vergessenheit geratenen Werken von Autorinnen, hauptsächlich aus der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Alle Titel sind in einem grauen Design gehalten, in einem ästhetischen Motiv eingeschlagen und kommt mit einem passenden gratis Lesezeichen ( Wenn man den Titel käuft. Ansonsten kostet das Lesezeichen.)

Dieser Stop, war der Einzige für den ich einen Kauf eingeplant hatte. Das Geschäft ist süss aufgebaut, überall gibt es was zu entdecken, nicht zuletzt die Interessanten Titel. Für diese sollte man sich Zeit nehmen und auch gerne mal nachfragen. 




Word on Water - Regent's Canal

In der Näher der British Library hat das Bücherboot seine Anlegestelle gefunden. Die zwei Besitzer haben einen wundervolle gemixten Geschmack und lassen keine Wünsche offen. Mal davon abgesehen, dass das Setting ein Traum ist. Ja, ok, ich hatte Angst vor der Kompination Wasser und Buch, aber es funktioniert! Was für eine Idee!

Bookhaul

Natürlich mussten auch paar Bücher mit nach Hause! Welche, seht ihr hier:

Leavitt´s Pageturner ist ein Titel den ich schon seit paar Jahren suche, aber gesagt habe "Nicht über Amazon. Ich will das Buch finden!" Und im Waterstones tat ich das endlich. Nach einem enthusiastischen Gespräch mit dem Buchhändler über Was zu dir gehört und Ein wenig Leben hat man mir Guapa von Saleem Haddad empfohlen. Ich lasse euch wissen, was ich davon halte. 
Wer es schafft aus dem Persephone rauszukommen ohne ein Buch, bekommt ein unglaubliches WAS von meiner Seite. Ich MUSSTE eines haben. Obwohl es hauptsächlich weibliche Autoren sind, habe ich es geschafft einen Titel interessant zu finden, der von einem männlichen Autor stammt. Hier die Infos zu dem Buch, welches es zu mir nach Hause geschafft hat: Patience von John Coates
Welches der Bücher interessiert euch am meisten?



Montag, 5. März 2018

Empfehlung zu "Sag den Wölfen ich bin zuhause" von Carol Rifka Brunt

@eisele verlag

Autor: Rifka Brunt, Carol

Titel: Sag den Wölfen ich bin zuhause

Verlag: eisele-verlag.de

Seiten: 448 Seiten


Worum es geht: 

New York, 1987: Eigentlich gibt es nur einen Menschen, der June Elbus je verstanden hat, und das ist ihr Onkel Finn Weiss, ein berühmter Maler. Als Finn viel zu jung an einer Krankheit stirbt, deren Namen ihre Mutter kaum auszusprechen wagt, steht in Junes Leben kein Stein mehr auf dem anderen. Auf Finns Beerdigung bemerkt June einen scheuen jungen Mann, und ein paar Tage später bekommt sie ein Päckchen. Darin befindet sich die Teekanne aus Finns Apartment – und eine Nachricht von Toby, dem Fremden. Wer ist dieser Mann, der behauptet, Finn ebenso gut zu kennen wie June selbst? Zunächst ist June misstrauisch, doch dann beginnt sie sich heimlich mit Toby zu treffen, und sie erfährt, dass es gegen Trauer ein Heilmittel gibt: Freundschaft und Zusammenhalt.  - Eisele Verlag

Meine Meinung: 

@James Cowie Two Schoolgirls Aberdeen art gallery

„Eine Romantikerin zu sein, bedeutet, dass du immer das Schöne siehst. Das Gute. Du möchtest nicht die düstere Wahrheit der Dinge wahrnehmen. Du glaubst daran, dass sich alles zum Guten wenden wird.“ (S. 139)

Tell the Wolves I'm home hat sich schon einige Male in den letzten Jahre auf meinen Radar geschoben, und letztes Jahr habe ich dem Insidertipp nachgegeben. Nicht eine schlechte Review hatte mich erreicht, allerdings kannte auch kaum einer das Buch. Die die es kannten, liebten es alle. Auch ich gehöre mittlerweile zu der Schwärmfraktion, und befinde mich in guter Gesellschaft. Wie "Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums" ist "Sag den Wölfen ich bin zuhause" ein perfektes Beispiel dafür, dass Jugendbücher nicht nur für Jugendliche sein müssen. Im Gegenteil, lange habe ich die Einteilung des englischen Titels in das Genre nicht mitgekriegt. Ja, die Erzählerin ist ein junges Mädchen, aber macht es das Buch nur deswegen zum Jugendbuch? In der deutschen Ausgabe wurde der Titel in Belletristik rausgebracht und ermöglicht damit hoffentlich mehr Menschen die Freuden dieser Geschichte.
June verliert ihren Menschen. Den einen der immer auf ihrer Seite ist, der sie immer versteht, der einzige den sie braucht um glücklich zu sein. Ihr Onkel Finn. Keine spricht wirklich darüber was passiert ist, keiner hat Verständnis für ihre Trauer und in einer hoffnungslosen Welt ohne Aussicht auf Besserung trifft June Toby. Toby, der ihren Schmerz versteht und ebenfalls empfindet. Toby der ebenso alleine ist. Aus Verzweiflung und Einsamkeit entsteht eine Freundschaft, kommen Wahrheiten ans Licht. June wächst über sich hinaus, überwindet Grenzen, hinterfragt und öffnet Türen. 
Familie kann kompliziert sein. Den Mut sich gegen sie zu stellen oder zur Sprache zur Stellen muss June im Laufe der 488 Seiten lernen, und der Leser lernt mit ihr. In Rückblenden werden wir der einzigartigen Beziehung zwischen Onkel und Nichte näher gebracht. June ist eine ruhige Erzählerin, nicht immer liebenswert, aber ehrlich. Sie träumt davon mit den Wölfen im Wald zu laufen, von Menschen die sich nur auf die Wange küssen und keinen Sex brauchen um sich ihre Liebe zu beweisen. Sie glaubt sie liebt Finn, und glaubt sie hasst ihre Schwester. June erlebt eine Entwicklung wie ich sie selten zuvor miterlebt habe. 
Die Autorin hat Finn Künstler sein lassen, und Kunst, sowie Musik werden eingebracht, lassen die Ära der 80er auferstehen. 
Aids ist wie eine Figur in der Geschichte über die niemand sprechen mag. Die Darstellung der Krankheit war mitreissend und wie ich fand passend eingebracht. 
Ein wichtiges Buch mit wichtigen Themen wundervoll umgesetzt und wohl nicht mehr lange ein absoluter Insidertipp. Absolute Kaufempfehlung!


„Mir ging durch den Kopf, wie das alles gleichzeitig falsch und schrecklich und schön war.“ (S. 279)




Donnerstag, 22. Februar 2018

Rezension zu "Die Rache der Polly McClusky" von Jordan Harper

Autor: Harper, Jordan

Titel: Die Rache der Polly McClusky

Verlag: ullstein-buchverlage.de

Seiten: 288 Seiten

Preis: 15,00 E


Worum es geht: 

Polly McClusky ist elf und eigentlich zu alt für den Teddybär, den sie überallhin mitnimmt, als überraschend ihr Vater Nate vor ihr steht. Der ist aus dem Gefängnis ausgebrochen, um Polly das Leben zu retten. Denn auf Polly ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Nate hat sich im Knast einen mächtigen Feind gemacht: die Gang Aryan Steel hat ihn und seine Familie zu Freiwild erklärt. Nates Exfrau wurde bereits getötet, Polly ist die Nächste auf der Liste. Auf der Flucht durch Kalifornien werden Vater und Tochter zu einem starken Team. Nates Kampftraining macht aus dem schüchternen Mädchen einen selbstbewussten Fighter. Und durch Pollys Scharfsinn halten sie den Vorsprung vor ihren Verfolgern. Bald ist Nate jedes Mittel recht, damit Polly wieder ein Leben ohne Angst führen kann.  - Ullstein Verlag 

Meine Meinung: 

Wie Leser dieser Seite wissen, Krimi kommt selten vor, fast nie eigentlich. Die Rache der Polly McClusky klang wie ein Krimi, hat aber ein grosses "Roman" auf dem Cover abgebildet, weshalb es mir auffiel in den Verlagsvorschauen. Der Titel und das Coverart halfen dabei natürlich auch. 
Diese Softversion eines Krimis sollte es in meine Hände schaffen. Wer kennt noch den Film "Wer ist Hannah"? Öfters fühlte ich mich daran erinnert, vor allem als der Vater beginnt seine Tochter zu trainieren. Viel neues bietet Jordan Harper leider nicht. 
Harper schreibt hauptberuflich fürs amerikanische Fernsehen. Seinen Beruf entkommt er aber nicht, da man öfters denkt "Ja ich seh die Szene vor mir" aber nie "Oh das kann ich nachempfinden". Ein Männerbuch ohne Gefühle? Ich glaube eher, dass Harper noch nicht erkannt hat welche Macht ein Roman haben kann. Oberfächlich springt er von Szene zu Szene. Ja er hat eine Idee, und auch eine Story. Tiefe kommt allerdings nicht auf. 
Dieses Buch ist wie eine aufgeschriebene 7 Episoden Serie auf Netflix. Man braucht sie nicht, aber sie tut auch keinem Weh.